Sexualtherapie

Die Systemische Sexualtherapie nach Prof. Dr. Ulrich Clement sieht die gegenseitige Wertschätzung der Partner im Zentrum des sexuellen Begehrens und der gemeinsamen Entwicklung. Sehr häufig sind sexuelle Probleme und Funktionsstörungen ein Symptom für Kommunikations- und Beziehungsstörungen in der Partnerschaft. Konflikte in der Partnerschaft, Vertrauensbrüche (z.B. durch Affären, Prostitutionskontakte u.a.) und Enttäuschungen können zur Entfremdung der Partner führen, die sich auch in sexuellem Rückzug ausdrückt. Sexualtherapie ist daher häufig auch Paartherapie. Paartherapie wiederum kommt ohne das Besprechen der Sexualität meist nicht aus. 

Bei Paaren besteht das therapeutische Ziel darin, die sexuelle Kommunikation der Partner durch Veränderungen wieder zu beleben, damit Bedürfnisse nach Liebe, Sex und Erotik, körperlicher Nähe und Geborgenheit erfüllt werden können. Sexuelle Probleme, Funktionsstörungen und Konflikte können daher auch Chancen sein, die eigene Sexualität zu verändern.

In einer systemischen Sexualtherapie suchen Klienten mit Unterstützung des Therapeuten ihre individuellen Lösungen und Veränderungen. Sie werden darin bestärkt, Erwartungen hinter sich zu lassen, das persönliche sexuelle Profil zu erforschen und zu lernen, Bedürfnisse und Wünsche angstfrei zu äußern. Mit Blick auf die individuelle sexuelle Biographie gilt es, einerseits Bewährtes zu stärken und sich andererseits auf die Suche nach Verlorenem und Neuem zu machen. 

In meiner Rolle als Therapeutin bin ich stets neutral und beiden Partnern zugewandt. Ich unterstütze das Paar dabei, nicht in bekannte Muster zu verfallen. Bei Streit kontrolliert der Therapeut den Paardialog und weist auf Kommunikationsmuster und überhörte Botschaften hin. Gegebenenfalls macht er Vorschläge zu Verhaltensänderungen und stellt diese zur Diskussion.

Die Sexualtherapie/Paartherapie ist aber nur dann erfolgreich, wenn beide Partner ein Problembewusstsein entwickeln und an einer Lösung interessiert sind. Wünschen sich beide Partner eine Veränderung, führt eine Therapie meist zur Verbesserung der Situation.